Sekundärreservemanagement - System zur Steuerung der Erbringung von Sekundärregelleistung

ControlStar

Zentrale Leittechnik

Die Stromerzeugung und die aus dem Netz entnommene elektrische Leistung müssen stets im Gleichgewicht stehen. Zur Kompensation unvorher-gesehener Erzeugungsleistungen oder Entnahmen ist daher Regelleistung erforderlich.

Die Erbringung der positiven als auch negativen Sekundärregelleistung (SRL) erfolgt, wie bereits erläutert, durch Spitzenlastkraftwerke. Diese selektiv ansteuerbaren Kraftwerksblöcke werden als Technische Einheiten (TE) bezeichnet und bedarfsgerecht gemäß den im Zuschlag bzw. Angebot zugesicherten Leistungsgrenzen für den vereinbarten Zeitraum in jeweils einem Pool je Regelzone zusammengefasst (ÜNB-seitige Einzelansteuerung nicht betrachtet). Die Erbringung der Sekundärregelleistung wird über das Anforderungssignal automatisch aktiviert.

Mit ControlStar die Sekundärregelleistung zuverlässig verwalten und aktivieren

Für diesen dynamischen und zeitkritischen Onlineprozess gewährleistet ControlStar die Übernahme der Plandaten bzw. Vertragsdaten, sowie die Prozessdatenerfassung, Verarbeitung und Regelung. Zu den Plandaten gehören die Fahrpläne je TE aus einer Kraftwerkseinsatzoptimierung und der Fahrplan je Pool mit den gemäß Vertrag zugesicherten Leistungsbändern, jeweils als 96 ¼-Stundenwerte pro Tag. Die enthaltenen Werte pro TE umfassen Basisfahrplan, Poolzuordnung pro TE, positives und negatives Ranking der TE im Pool sowie das obere und untere Leistungsregelband der TE. Der Vertragsfahrplan enthält das obere und untere Regelband gemäß Zuschlag. Die Übernahme der Plandaten kann sowohl zyklisch als auch spontan erfolgen. Die Prozessdatenerfassung und –ausgabe erfolgt im 1-3 Sekunden Takt. Die erfassten Werte beinhalten den Sollwert der Regelleistung vom Abruf- bzw. Vertrags- ÜNB sowie die Istwerte und Statusinformationen aus den Kraftwerkseinheiten. In Ausgaberichtung werden die Sollwerte und Steuerbefehle an die Kraftwerkseinheiten sowie die Istwerte und weiteren erforderlichen Statusinformationen bis hin zu Zukunftswerten an den Abruf ÜNB und ggf. den Anschluss ÜNB der betreffenden TEs übergeben. Darüber hinaus kann bedarfsweise die Übergabe der Fahrplandaten an die Kraftwerke, die Ausgabe der Onlinedaten an eine Zentralstelle sowie die Übergabe ausgewählter Prozessdaten an ein Archivsystem erfolgen.

Bedienung und Visualisierung

Die Bedien-, Verarbeitungs- und Anzeigefunktionen beinhalten u. a. eine Darstellung des aktiven Fahrplans je Kraftwerkseinheit in Tabellenform, die Visualisierung der SRL-Erbringung und weiterer Online-Signale je Pool und TE in diversen Darstellungen, eine Eingabemöglichkeit für die quasi statischen Parameter der TEs, wie Gradienten etc., sowie die Möglichkeit zur Online Modifikation sowohl der Parameter als auch der Fahrplanwerte. Dynamische Berechnungen gewährleisten die realzeitgerechten Aufteilungen und Zuordnungen bzgl. SRL, Kraftwerkseinheiten, Pool und ÜNB unter Berücksichtigung der Gradienten der Kraftwerkseinheiten. Für die notwendige Prozessübersicht sorgen Darstellungen aller erforderlichen Rechengrößen in Tabellenform, eine Visualisierung wesentlicher Online- und Archivwerte als Kurve sowie die Visualisierung von Signalen aus den Kraftwerken in Anlagenbildern.

Hohe Verfügbarkeit

Die für Leitsysteme zur Regelung der Sekundärleistungserbringung geforderte hohe Verfügbarkeit und Doppelung des Systems wird durch eine auf mehrere Standorte verteilbare redundante Konfiguration mit synchron duplex arbeitenden Kernkomponenten erfüllt. Das System kann bedarfsweise mit 4- fach- Redundanz ausgestattet werden.

Besondere Funktionen für SRM