Schaltbericht
Das zentrale Instrument der Netzbetriebsführung in Mittelspannungsnetzen

Schaltbericht - Das zentrale Instrument der Netzbetriebsführung in Mittelspannungsnetzen

Zur organisatorischen und technischen Bewältigung der hohen Anzahl von Schaltungen in größeren Mittelspannungsnetzen ist ein leistungsfähiges Instrument erforderlich, insbesondere deswegen, weil durch den Schaltmeister häufig mehrere Schaltungen zeitgleich abzuarbeiten sind. Es muss sowohl die geordnete Vorbereitung und Prüfung der vom Betriebspersonal geplanten Schaltungen als auch die spätere Durchführung der Maßnahmen im Netz unterstützen. Darüber hinaus sollen die, bedingt durch Mittelspannungsstörungen notwendigen spontanen Schaltungen zur Störungsbehebung aufgezeichnet und verwaltet werden können. Zur Dokumentation sind alle auf dieser Basis durchgeführten Schalthandlungen, bedarfsweise ergänzt um Kommentare und Protokollauszüge, als Textdatei zu speichern und ggf. zu exportieren.

Dieses umfangreiche Funktionsspektrum wird durch den Schaltbericht des Leitsystems ControlStar vollständig abgedeckt. Er ist sowohl in der Simulation als auch im Onlinebetrieb verfügbar und ermöglicht die Aufzeichnung, Modifikation und Ausführung von Schalthandlungsabläufen, wobei sich grundsätzlich alle Bedienungen, die im normalen Onlinebetrieb möglich sind, auch im Betriebsmodus Schaltbericht durchführen lassen. Im Anschluss an die Ausführung können notwendige und hilfreiche Information, z. B. Auszüge aus der Ereignisliste, Störfallprotokoll u. ä. per Copy & Paste ergänzt werden. Der Schaltbericht ist damit ein universelles Werkzeug zur Organisation, Durchführung und Dokumentation von geplanten und spontanen Schalthandlungen im Versorgungsnetz.

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Bei den offline, also in einer Simulationsebene erstellten Schaltberichten werden die Bereiche Vorbereitung, Ausführung und Erledigung unterschieden. Analog dazu sind für die online, also in der Betriebsebene erzeugten Schaltberichte nur die Bereiche Ausführung und Erledigung verfügbar. Zusätzlich werden die Schaltberichte aus der Vorbereitung den Klassen Planung, Wiederkehrend oder Schaltfolge und die spontan erzeugten den Klassen Störung und Schaltung zugewiesen. Der ’Bereich’ kennzeichnet also den augenblicklichen Zustand eines Schaltberichtes und durch die Zuordnung zu einer ’Klasse’ wird seine Funktionalität festgelegt. Typischerweise gehören angemeldete Freischaltungen im Mittelspannungsnetz zur Klasse ’Planung’, während notwendige Schaltmaßnahmen bei wiederkehrenden Störungen der Klasse ’Wiederkehrend’ zugewiesen sind. Beide Klassen werden bei der Ausführung in Einzelschritten abgewickelt. Da sich die dritte Klasse, die ’Schaltfolgen’, im Normalfall auf fernsteuerbare Objekte bezieht, werden diese Schaltberichte als zusammenhängende Befehlsfolge ausgeführt.

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Zu jedem Schaltbericht gehört ein Kopf, in dem die grundsätzlichen Daten der Schaltung festgehalten werden (Nummer, Datum/Uhrzeit der Vorbereitung, Datum/Uhrzeit der Ausführung, etc.). Dieser Kopf wird beim Eröffnen eines neuen Schaltberichtes soweit wie möglich bereits automatisch ausgefüllt.
Die Verwaltung aller Schaltberichte erfolgt in einem gemeinsamen Katalog. Im oberen Bereich des Schaltberichtsfensters sind die Schaltberichte gelistet, im unteren Bereich die zugehörigen Schaltschritte bei Anwahl einer Schaltberichtszeile. Im Katalog kann nach den Inhalten der Spalten sortiert und teilweise gefiltert werden. Ein Netzgebietsfilter reduziert bedarfsweise die Darstellung auf die dem betreffenden Arbeitsplatz aktuell zugewiesenen Netzgebiete. Zur besseren Unterscheidung sind die Zeilen nach den Bereichen verschieden eingefärbt. Die Katalogdarstellung dient auch als Protokollschirm für die Aufzeichnung von Schalthandlungen. Diese werden – bei Arbeitsplätzen mit mehr als 2 Monitoren auf wählbaren Bildschirmen – in der Simulationsebene oder Prozessebene wie normale Prozessbedienungen durchgeführt und erscheinen als Schaltschrittzeile in der Schaltschrittliste. Die Liste lässt sich anschließend bzgl. Sortierung, nachträglicher Einsteuerung, kopieren oder löschen von Schaltschritten manipulieren. Auch während der Ausführung eines Schaltberichtes können weitere Schaltungen an gewünschter Stelle spontan ergänzt werden. Nach Aufzeichnung oder Ausführung einer ’Hinschaltung’ lässt sich die ’Rückschaltung’ automatisch generieren. Bei Ausführung eines Schaltberichtes wird der dem jeweiligen Schaltschritt zugehörige bzw. definierte Netzausschnitt mit Teilbild Ortsnetzstation oder Schaltanlage mit Teilbild Feld automatisch aufgeschaltet und gemäß der Schalthandlung aktualisiert. Alle Schaltberichte lassen sich mit Kopf, Schaltschritten und Protokollbereich im pdf-Format anzeigen und ausgeben.
Ergänzt wird die Funktionalität des Schaltberichtes durch einen komfortablen Konfigurationsdialog, der die individuelle Layoutgestaltung von der Hintergrundfarbe bis zur Zeilen- und Spaltendefinition durch den Systembetreuer ermöglicht. Die Festlegungen gelten systemweit. Als weitere Unterstützung ist die Möglichkeit zur Anzeige der Schaltberichte, in denen ein bestimmtes Betriebsmittel verwendet wird, implementiert, sowie eine Prüfung auf nicht mehr vorhandene Objekte in Schaltberichten nach einer Datenmodelländerung verfügbar.

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