Die Stadtwerke Münster GmbH erteilten jetzt der Aachener Kisters AG den Auftrag zur Lieferung, Installation und Inbetriebnahme des umfangreich ausgestatteten Netzleitsystems ControlStar für die Steuerung und Überwachung ihrer Gas- und Fernwärmenetze sowie der Wasserversorgung. Das neue Leitsystem wird eine ältere Leittechnik ablösen, die nicht mehr den heutigen Anforderungen an ein modernes Informationsmanagement genügt. Ziel der Stadtwerke Münster ist es, ihren Kunden durch hohe Systemverfügbarkeit und verbesserte Netzüberwachung eine noch höhere Versorgungssicherheit zu bieten, die Transparenz der Betriebsabläufe zu steigern und die verschiedenen Versorgungsprozesse weiter zu optimieren.
Das neue Netzleitsystem ist aus Gründen der Ausfallsicherheit von der Prozessankopplung bis zu den Bildschirmarbeitsplätzen konsequent redundant ausgelegt. Neben sechs Arbeitsplätzen am Standort der Zentrale werden drei weitere zusammen mit einem Notleitsystem mit eigenem Leitrechner und Prozesserfassung abgesetzt im Wasserwerk installiert. Die getrennten Standorte für Haupt- und Nebensystem mit Notsystem sind über ebenfalls redundant ausgelegte Netzwerkverbindungen miteinander gekoppelt.
Die Prozessebene mit der installierten Fernwirk- und Steuerungstechnik bleibt erhalten und wird über redundant ausgeführte Prozesskoppelsysteme mit dem neuen Leitsystem verbunden. Die Übernahme der vorhandenen und im Betrieb bewährten Fernwirk-Datenmodelle aus dem Vorgängersystem erfolgt mit Hilfe der hierfür verfügbaren ControlStar-Werkzeuge weitestgehend automatisiert. Darüber hinaus erleichtert der Import von Datenpunktnamen aus dem Vorgängerleitsystem die Verknüpfung der vorhandenen Fernwirktechnik mit dem neuen Datenmodell. Das ermöglicht eine relativ kurze Realisierungszeit von nur elf Monaten bis zur schlüsselfertigen Übergabe des Systems.
Zur fachbereichsübergreifenden Informationsverarbeitung und einem verbesserten Informationsmanagement ist das ControlStar-Leitsystem an das geografische Informationssystem (GIS) und das ERP-System (SAP) gekoppelt. Außerdem ermöglicht die Lösung die Einbindung eines vorhandenen Prognoserechners für Gas und die Aufschaltung von Prozessbildern aus dem Gas-, Wasser- und Fernwärmebereich auf der Großbilddarstellung des separaten Leitsystems für die Stromsparte der Stadtwerke. Über ein Gateway besteht weiterhin eine Verbindung zum Intranet der Stadtwerke. So können berechtigte Mitarbeiter von ihren Büroarbeitsplätzen aus sicher und losgelöst vom Prozessgeschehen auf die unterschiedlichen Prozessdaten und Archive zugreifen.
Das neue Leitsystem wird so ausgelegt, dass geplante spätere Prozesserweiterungen sowie eine spätere Kopplung mit dem Netzleitsystem der Stromsparte problemlos implementiert werden können.