Fernalarmierung und Einsatzplan mit ControlStar

Die integrierte Lösung im Netzleitsystem

Die Anforderung

Leitstellen sind häufig nicht ’rund um die Uhr’ besetzt. Trotzdem sollen und müssen wesentliche Meldungen und Alarme das zuständige Bereitschaftspersonal erreichen. Bei dem zu informierenden Personenkreis sind sowohl die zeitliche Verfügbarkeit, die fachliche Qualifikation als auch administrative Kriterien zu berücksichtigen. Sie müssen daher über einen entsprechenden Bereitschaftsplan verwaltet und organisiert werden. Die Auslösung der Fernalarmierung soll durch Einzelstörungen oder verdichtete Sammelstörungen erfolgen, wobei – nicht nur bei Verbundwarten – die bereichsgetrennte Alarmierung von zugeordneten Empfängern möglich sein muss. Dabei ist eine flexible und praxisorientierte Definition der Bereiche zu gewährleisten. Die Meldungen und Alarme sollen als SMS, e-Mail, oder als Sprachnachricht versendet werden können und eine manuelle oder auch zeitgesteuerte Aktivierung der Alarmierungsfunktion ist einzeln für jeden Empfänger zu ermöglichen. Hierzu ist es erforderlich, die Informationsübertragung aus dem Leitsystem heraus an ein Telekommunikationsnetz zu automatisieren. Das System muss die zuverlässige und nachvollziehbare Zuweisung von Störungsmeldungen an den Bereitschaftsdienst sicher stellen und im Falle von nicht Erreichbarkeit oder Verhinderung über eine Alarmierungskette automatisch alle vorgesehenen Bereitschaftsmitarbeiter anwählen. Sofern eine Meldung nicht an den Bereitschaftsdienst abgeliefert werden kann, sind per Eskalation übergeordnete Stellen zu benachrichtigen. Zur Gewährleistung der erforderlichen Anwenderfreundlichkeit sollen alle Bedienungen vollständig über die Oberfläche des Netzleitsystems erfolgen.

Die Lösung

Die Antwort auf diese vielschichtigen betrieblichen Anforderungen ist die integrierte Fernalarmierung und Einsatzplanung (FAL) des Netzleitsystems ControlStar. Bei dem hier gewählten Ansatz steht die praxisgerechte Bedienbarkeit klar im Vordergrund. Er ist daher geprägt durch die Trennung der Onlinefunktion ’Alarmierung’ von den Offlinefunktionen ’Ressourcenverwaltung’ und ’Bereitschaftsplanung’. Zusätzlich bietet das System eine übersichtliche anwenderspezifische Darstellung des Bereitschaftsplanes in unterschiedlichen Darstellungen, vielfältige Möglichkeiten zur Festlegung des Alarmierungsumfangs betreffend Informationsketten und Informationsmedien, sowie eine komfortable und intuitive Bedienung.

click and seeDie integrierte Lösung: Fernalarmierung, Einsatzplanung und Netzleitsystem

Die Erfassung und Verwaltung der Bereitschaftsdienstmitarbeiter mit ihren Zuständigkeiten und Berechtigungen findet in der Ressourcenverwaltung statt. Hier werden alle notwendigen Informationen über einen komfortablen Dialog individuell eingetragen und gepflegt. Die Datenhaltung kann darüber hinaus zur Verwaltung weiterer Ressourcen wie Fahrzeuge und Einsatzmittel, z.B. mobile Notstromaggregate, mit ihren Kenngrößen verwendet werden.

click and seeFernalamierung: Ressourcenverwaltung und Bereitschaftsplanung

Ausgehend von der Ressourcenverwaltung regelt der Bereitschaftsplan den zeitlichen Einsatz der am Bereitschaftsdienst beteiligten Personen. In unterschiedlichen Sichten werden je Bereich sowohl die aktuell Diensthabenden tagesdynamisch mit ihrer Bereitschaftszeit und weiteren Attributen angezeigt als auch die eingeteilten Mitarbeiter über ihre Bereitschaftsdienste in den kommenden Wochen und Monaten informiert.

Die Planung wird durch definierbare Tages- und Wochenprofile, einen Feiertagskalender sowie durch betriebliche Bereiche und Sendedienste übersichtlich und einfach bedienbar. Profile werden nur einmal erstellt, können beliebig wieder verwendet werden und müssen nur bei Änderungen in der Organisation nachgepflegt werden. Damit lassen sich die Aufwände und Fehlermöglichkeiten bei der Bereitschaftsplanung auf ein Minimum reduzieren.

So können auf einfache Weise die Bereitschaftszeiten, die Alarmierungsketten und die Reihenfolge der Informationsübermittlung an unterschiedliche Funktionsträger sowie die parallele Information von Funktionsträgern individuell festgelegt und gepflegt werden.

Der Alarmierungsumfang wird bereits im Datenmodell des Leitsystems redundanzfrei und hierarchisch typisiert festgelegt, sodass im Rahmen der Fernalarmierung nur die ausgewählten Meldungen in der richtigen Bereichs- und Regionszuordnung zur Anwendung kommen. Es kann grundsätzlich jede im Leitsystem erkannte Störung versendet werden; auch kommende und gehende Meldungen können alarmiert werden. Mit der Datenmodellparametrierung lassen sich Störverdichtungskonzepte realisieren, um das Anrufaufkommen bei Großstörungen erheblich zu reduzieren, z. B. durch das bereichsbezogene Absetzen nur einer Nachricht, solange der Bereichsstörverdichter im Leitsystem nicht quittiert ist. Für den Fall des Meldeschwalls wird sinnvoller Weise bereichsbezogen eine Alarmdichte festgelegt: d.h. wenn die Anzahl der Alarme den Wert pro festgelegter Zeiteinheit überschreitet, wird nicht mehr jeder einzelne Alarm abgesendet, sondern eine bereichsbezogene parametrierbare Sammelmeldung. Erst nach Quittierung dieser Sammelmeldung im Leitsystem werden wieder einzelne Alarme abgesendet. Selbstverständlich erfolgt eine bereichsgetrennte Alarmierung von zugeordneten Empfängern mit flexibler, anwendungsorientierter Aufteilung der Bereiche. Hierzu kommen bereichs- oder gruppenbezogene Wildcardfilter zum Einsatz.

Zur Informationsübermittlung steht die gesamte Palette aller gängigen Medien zur Verfügung. So kann der Versand von Störungsmeldungen aus dem Leitsystem heraus wahlweise als SMS, E-Mail und Sprachnachricht erfolgen. Die vom Leitsystem übergebenen Störmeldungen werden je nach Sendedienst aufbereitet und in die übermittelte Nachricht eingefügt. Sprachnachrichten werden aus Sprachsequenzen und der synthetisch erzeugten Beschreibung der Störmeldung zusammengesetzt. Bei der Übermittlung von Störungsmeldungen über Sprachnachrichten ist eine unmittelbare Quittierung der Annahme der Störungsbearbeitung durch den Bereitschaftsdienst mittels DTMF Antwort (z. B. Taste 1 für Annahme, Taste 2 für Ablehnung der Störungsbearbeitung) möglich. Im Falle der Annahme wird die Störungsmeldung nochmals per SMS zur besseren Erinnerung gesendet. Falls alle Mitarbeiter der Alarmierungskette ablehnen oder den Ruf nicht beantworten, wird die Störung an die weiteren in der Eskalationskette vorgesehenen Stellen, z. B. Meister oder Betriebsleiter gesendet. Der Ablauf der Alarmierung wird in einem Protokoll zur späteren Nachvollziehbarkeit abgelegt.

Neben der zentralen Einstellung und Bedienung der Fernalarmierung kann auch der diensthabende Mitarbeiter des Bereitschaftsdienstes mittels Eingabe eines Tastencode an seinem Telefon oder Mobiltelefon eine Meldesperre durch Ausschaltung der Fernalarmierung erzeugen, damit er telefonieren kann. Diese Funktion kann z. B. auch bei vorübergehender Abschaltung des Mobiltelefons für das Betreten von Gas-Stationen genutzt werden. Durch die automatische Ausgabe einer Testsendung an jeden Bereitschaftsmitarbeiter z. B. zu Beginn der Dienstzeit kann sowohl die Erreichbarkeit geprüft als auch der Dienstbeginn signalisiert werden. Die gesamte Fernalarmierung lässt sich mit einem Knopf aktiv und passiv setzen.

Der betrieblichen Wichtigkeit gemäß, kann die Konfiguration der Fernalarmierung redundant, also auf zwei Rechnern, erfolgen. Auch die Informationsweiterleitung ist über einen redundant realisierten ISDN Anschluss möglich. So lässt sich die notwendige Verfügbarkeit dieser wichtigen Funktion entsprechend optimieren.

Die Fernalarmierung unterscheidet und behandelt bis zu 16 frei definierbare Bereiche (z. B. Strom, Gas, Wasser usw.). In der Ressourcenverwaltung ist die Anzahl der Einträge nicht begrenzt. Profile können nach Bedarf für Bereitschaftszeiten, Zuständigkeitsbereiche und Sendedienste beliebig neu erstellt, gespeichert und verwendet werden.

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