Bei der Einführung einer Kanaldatenbank wird das Thema Hardware immer noch überschätzt. Heutige Rechenleistung selbst von Maschinen aus dem Supermarkt ist durchaus in der Lage, auch mittelgroße Datenbanksysteme ausreichend performant laufen zu lassen.
Bei den Kosten für Software sollten die Wartungs- und Pflegegebühren genau betrachtet werden. Diese sind ein Indikator, wie viel Aufwand in die Weiterentwicklung gesteckt werden kann. Es lässt sich damit abschätzen, ob die Software auch noch mit dem neuen Windows oder der neuen Datenbanksoftware laufen wird.
Unterschätzt wird das Thema Schulung, was häufig zu einer Ernüchterung nach Systemeinführung führt, wenn die Arbeitserleichterung nicht so groß ist wie erhofft. Neue Werkzeuge wollen auch richtig eingesetzt werden und mancher gewohnte Arbeitsablauf gestaltet sich nun anders. Eine kompetente und praxisnahe Schulung hilft hier viel und macht die getätigten Investitionen erst effektiv.
Zu guter Letzt die Daten. Diese stellen das eigentliche Kapital der Datenbank dar. Die Kosten für die Datenerhebung sind häufig in verschiedenen Vorhaben „versteckt“ wie einer Digitalisierung, Vermessung, EDBS-Konvertierung, Zustandsuntersuchung, Kanalhydraulik oder Vermögensbewertung. Alle diese Maßnahmen liefern Daten für das Informationssystem. Wichtig für eine möglichst reibungsarme Übernahme ist eine korrekte Projektdefinition.
Damit sind die Daten auch für die Investitionssicherheit entscheidend. „Spezielle“ (der Fachmann nennt das „proprietär“) Datenbanksysteme oder Grafikoberflächen mögen ebenso spezielle Vorteile bieten, machen aber eine Ankopplung an andere Arbeitsumgebungen (Office, KHK oder SAP, WEB-Applikationen) sehr schwierig. Auch leben und sterben die Daten dann häufig mit der ebenso speziellen Software, weil eine Überführung in andere Systeme sehr teuer bis unmöglich ist. Dies kann ein Risiko für die bereits getätigten Investitionen bedeuten.
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Marc Hoffmann
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